altmarkgeschichte

Herbsttagung 2012 in Salzwedel

Die Herbsttagung fand am Sonnabend, d. 13. Oktober 2012, im Hotel Union in Salzwedel statt.

Es standen keine Regularien an. An der Tagung nahmen 31 Besucher (25 Vereinsmitglieder und 6 Gäste) teil.

Am Vormittag standen drei Vorträge auf dem Programm. Nachmittags erfolgte die Besichtigung der Jahresausstellung im Danneil-Museum.

Zwei Vorträge steuerte Herr Steffen Langusch aus Salzwedel aus aktuellem Anlass bei. Er referierte kenntnisreich und mit vielen Details „Zur urkundlichen Ersterwähnung Salzwedels im Jahr 1112.“ Im Jahr 2012 beging die Stadt Salzwedel mit mehreren Veranstaltungen das Jubiläum der Ersterwähnung des Ortsnamens Salzwedel im Jahre 1112. Der Referent ging dabei auf die verschiedenen schriftlichen Überlieferungen zu diesem Datum ein und erläuterte deren historische Hintergründe bzw. Bezüge. Der Name Salzwedel taucht in mehreren Überlieferungen im Zusammenhang mit dem Jahr 1112 erstmals auf. Bei dem wichtigsten Dokument handelt es sich um eine Urkunde Kaiser Heinrich V. aus diesem Jahr, andere Verweise sind in verschiedenen Chroniken enthalten. Heinrich V. unterzeichnete am 16. Juni 1112 in einem Ort namens „Salzvvitele“ eine Urkunde. Der Inhalt dieses Dokumentes bezog sich nicht auf den damaligen Aufenthaltsort Salzwedel. Vielmehr bestätigte Heinrich V. hier den Tausch von Ländereien in anderen Gegenden. Steffen Langusch gab neben den Erläuterungen zu den historischen Quellen auch einen ausführlichen Überblick zur deren Editionsgeschichte.

Der zweite Vortrag des Referenten war auch einem Jubiläum, wenn auch einem wesentlich jüngeren, gewidmet. Er beschäftigte sich mit folgendem Thema: „Die Wurzeln meiner geschichtlichen Arbeit liegen sozusagen um das Neupervertor herum ... - Friedrich Meinecke und seine Beziehungen zu Salzwedel“. Im Jahre 2012 jährte sich der Geburtstag des bedeutenden deutschen Historikers und Ehrenrektors der Freien Universität Berlin Friedrich Meinecke (1862-1954) zum 150. Mal. Friedrich Meinecke wurde am 30. Oktober 1862 in Salzwedel geboren und verbrachte hier einen Teil seiner Kindheit. Steffen Langusch stellte ausführlich und detailliert Materialien vor, die dessen Beziehungen zu Salzwedel belegen. Der Vortragstitel ist einem kleinen autobiografischen Bericht von Friedrich Meinecke aus dem Jahre 1933 anlässlich der 700-Jahrfeier der Altstadt Salzwedel entnommen. Später weilte der hochbetagte Historiker noch einmal auf Einladung der Stadt Salzwedel anlässlich der 700-jahrfeier der Neustadt Salzwedel im Jahre 1947 hier.

Dr. Peter Knuevener beim Vortrag

Den dritten Vortrag des Vormittags gestaltete der Kunsthistoriker Peter Knüvener aus Berlin, der sich bereits mit einer Reihe von Projekten zur mittelalterlichen Plastik in der Mark Brandenburg beschäftigt hat. Bei seinen Recherchen stieß er auf eine Reihe von sakralen Kunstwerken aus der Altmark, die sich nicht mehr an ihrem ursprünglichen Standort befanden bzw. nur noch in Einzelteilen in anderen Zusammenhängen aufzufinden waren. Er nannte seine Vortrag deshalb: „Altmärkische ‘Wanderkunstwerke‘. Mittelalterliche Kunstwerke aus Kirchen der Altmark und ihre Schicksale im 20. Jahrhundert“.

Nach dem Essen begaben sich dann alle Teilnehmer zum Johann-Friedrich-Danneil-Museum. Hier gab Lothar Mittag einen Einführungsvortrag zur Jahresausstellung des Museums, die anschließend besichtigt werden konnte. Herr Mittag stellte die Konzeption der Ausstellung „Schätze der Bronzezeit. Archäologische Kostbarkeiten aus der Altmark“ und ausgewählte Funde bzw. Fundkomplexe vor.

Die Ausstellung wurde hauptsächlich mit Stücken aus der umfangreichen Sammlung des Danneil-Museums bestritten. Einige Leihgaben aus auswärtigen Museen komplettierten die Schau. Zahlreiche dieser interessanten und bedeutenden Fundstücke aus der gesamten Altmark kamen bereits im 19. Jahrhundert in die Sammlungen des altmärkischen Geschichtsvereins. Aus diesen Sammlungen entstand dann im Jahre 1932 das Danneil-Museum.

Nach der Ausstellungsbesichtigung klang der Tag mit einem Kaffeetrinken im Café Kruse aus.