altmarkgeschichte

Frühjahrstagung 2015

Die Frühjahrstagung des Jahres 2015 fand am Sonnabend, d. 25. April 2015 im Schloss Döbbelin statt. Das Oberthema der Veranstaltung war dem 200. Geburtsjubiläum von Otto von Bismarck (1815-1898) gewidmet, bei dem sich sowohl die Vorträge am Vormittag wie auch die nachmittägliche Exkursion nach Stendal dem Wirken Otto von Bismarcks und seiner Familie aus verschiedenen Blickwinkeln näherten.


Nach der Begrüßung im Saal des Schlosses übergab Bernhard von Barsewisch das Wort an den Hausherrn Alexander von Bismarck, der über seine Familie und die jüngste Geschichte des Schlosses Döbbelin berichtete. Dabei schilderte er in einführenden und sehr persönlichen Worten seine Ansichten zu Familie, Familienüberlieferung und Politik. Seine Ausführungen waren dabei vor allem dem wechselvollen Schicksal des Döbbeliner Hauses in jüngerer Zeit gewidmet. Hier ging Alexander von Bismarck u. a. auf die Verhältnisse und Zustände während der Verwaltung und Nutzung zu DDR-Zeit ein und schilderte seine Bemühungen um die Restaurierung von Haus und Park in den letzten beiden Jahrzehnten.


Herr Markus Apostolow sprach zu „Otto von Bismarck und sein unbekanntes Werk – Die Entstehung der Verfassung des Norddeutschen Bundes 1866/67“. Der Referent stellte hier die Ergebnisse seiner Bachelorarbeit an der Universität Potsdam vor. Er hatte sein Studium dort im Jahre 2012 mit dem Magister Artium abgeschlossen und arbeitete danach an einem Forschungsprojekt zur NS-Geschichte. Markus Apostolow führte in die historische Situation im Zusammenhang mit der Entstehung des Deutschen Bundes ein. In seinem Vortrag untersuchte er besonders die Rolle Bismarcks als gewieften Taktiker und den Anteil Bismarcks an der Verfassung des Deutschen Bundes.


Anschließend widmete sich Frank Riedel dem Thema: „Bismarck der Urpreuße – politische Legitimation aus Herkunft und Herkommen“. Der Referent, Vereinsmitglied und Museumsleiter in Perleberg, ging in seinen Ausführungen auf die Rezeptionsgeschichte Bismarcks ein und beschrieb die politischen Rahmenbedingungen, die in der DDR-Zeit u.a. zur Zerstörung des Bismarck-Geburtshauses in Schönhausen führten. Frank Riedel beschäftigte sich in seinem Vortrag mit der Herkunft Otto von Bismarcks, wie auch seiner Rolle als Gutsbesitzer und die Bedeutung dieser Erfahrung für sein politisches Handeln.


Der Nachmittag war dem Besuch des Altmärkischen Museums in Stendal gewidmet.

Die Museumsleiterin, Frau Gabriele Bark, führte in die Örtlichkeiten ein und gab einen Überblick zur Sonderausstellung, die dem Tagesthema Bismarck gewidmet war: „Familie im Wandel. Dargestellt am Beispiel der altmärkischen Familie von Bismarck.“ Mit einer Reihe von Sachzeugen und Bildquellen zeigte die Ausstellung einen Einblick zur Geschichte der Familie von Bismarck. Ein interessantes Filmprojekt vermittelte ebenso anhand mehrerer Interviews einen vielschichtigen Einblick in das Selbstverständnis von Mitgliedern der Familie heute.